Buch
Monografie
Das Arbeitnehmerpatriarchat : die Frauenpolitik der Gewerkschaften
Verfasst von:
Pinl, Claudia
Köln:
Kiepenheuer & Witsch
,
1977
,
166 S. S.
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Weitere Informationen
| Einrichtung: | FrauenMediaTurm | Köln |
|---|---|
| Signatur: | AR.10.022 |
| Verfasst von: | Pinl, Claudia |
| Jahr: | 1977 |
| ISBN: | 3462012274 |
| Sprache: | Nicht einzuordnen |
| Beschreibung: | |
| Gewerkschaften haben nicht das "Frauenproblem an der Wurzel gepackt", daß die "Gesellschaft nicht auf die Gratisarbeit der Frau im Reproduktionsbereich verzichten" will, denn auch der Gewerkschafter hat das Privileg zu verlieren, frei von Hausarbeit zu sein. Nach kurzem historischen Abriß über die Haltung der Gewerkschaften zur Frauenerwerbstätigkeit analysiert Pinl den Status Quo: "Die Betrachtung des Kerns gewerkschaftlicher Arbeit, der Tarifpolitik, zeigt, daß die Gewerkschaften nach Tradition, Mitgliedschaft und Ideologie den deutschen männlichen Facharbeitern verpflichtet sind." Die Gewerkschaften richten sich gegen "nivellierende Entlohnungstendenzen". Die gängigen prozentualen Lohnerhöhungen lassen stattdessen die Schere zwischen Männereinkommen und Fraueneinkommen weiter auseinanderklaffen. Arbeitsbewertungskriterien stufen stets Männertätigkeiten höher ein. Die so ausgehandelten Tarifverträge werden in den Betrieben unter Mitwirkung des Betriebsrates umgesetzt (Eingruppierung, Entlassung, Zugang zu qualifizierten Arbeiten etc.). Auch auf dieser Stufe werden Privilegien deutscher Männer gegenüber Frauen und Ausländern abgesichert. Frauen sind im Betriebsrat unterrepräsentiert, weil erstens für die Vereinbarkeit von Familie und Betriebsratskarriere ihre Partner "mitziehen" müßten, zweitens ein "heißer Kampf" um Betriebsratsposten stattfindet wegen der damit verbundenen persönlichen Vorteile. An die Adresse der auf diese Weise an der Organisation gehinderten Frauen ergehen dann Vorwürfe wie "mangelndes Interesse, unpolitische Haltung, Konservativismus". Gewerkschaftliche Frauenarbeit gilt oft als "Nachhilfeunterricht", um "ein Stück männlicher Sozialisation nachzuholen", und wird bei angespannter Finanzlage in den Gewerkschaftskassen grundsätzlich in Frage gestellt. Frauenausschüsse haben nur beratende Funktion und keine Entscheidungsbefugnisse. Trotzdem will Pinl Frauen zu verstärktem gewerkschaftlichen Engagement anregen. | |
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Standort
Frauenmediaturm – Feministisches Archiv und Bibliothek
Bayenturm / Rheinauhafen
50678 Köln
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Mo-Fr. 10-17 Uhr, nach Voranmeldung. Die Anmeldung kann telefonisch, per Mail oder über das Kontaktformular erfolgen. Die Einrichtung ist nicht barrierefrei
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