Archivgut Nachlass

Isabella S. NL 70 I

Juli 1830 bis November 1950

Weitere Informationen

Einrichtung: Sammlung Frauennachlässe | Wien
Jahr: Juli 1830 bis November 1950
Sprache: Deutsch
Beschreibung:

Orte: Krems, Küb, Payerbach, Purkersdorf und Semmering in Niederösterreich; Salzburg-Stadt in Salzburg; Mariazellerland, Schladming und Semmering in der Steiermark; Wien; Olmütz (Olomouc) in Mähren; Troppau (Opava) in Schlesien u.a.

Quellentypen: Tagebuch (Männertagebuch, Reisetagebuch): 1 Band; Aufzeichnungen in Buchform: 4 Poesiealben; Korrespondenz (Paarkorrespondenzen, Familienkorrespondenzen, Freundschaftskorrespondenzen): 242 Schreiben; 2 amtliche Dokumente; 2 Fotografien; Weiteres: 1 Gehaltsschema aus 1918, Sammlung von Hotelrechnungen und unbeschriebenen Postkarten, Familienlinien u.a.

Zum Bestand: Schreiberin/Adressatin: Isabella S. (geb. S.); geb. 1878 in Troppau in Mährisch-Schlesien, gest. 1954 in Wien

Schreiber/Adressat: Dr. Josef S.; 1870-1947, geb. und gest. in Wien

Übergeberin: Mag.a Elisabeth W. (Bekannte der Familie S.), 2004



Isabella S. (geb. S.) wurde in Troppau (Opava) in Mährisch-Schlesien geboren. Sie ist in einer Militärsfamilie aufgewachsen, ihr Vater war k.k. Oberst. Sie war als Angestellte im Bürobereich tätig, 1903 heiratete sie den Steueroberinspektor Dr. Josef S. aus Wien. Er hatte Jus studiert, seine Familie lebte in der Wiener Innenstadt. Zur Zeit ihrer Heirat war er in Krems an der Donau in Niederösterreich angestellt. Isabella Schlingers Wohnadresse ist in den Heiratsmatriken mit Purkersdorf im Wienerwald angegeben. Ihre beiden Töchter Dr.in Pia (Isabella) S. und Irmgard S. wurden 1906 und 1911 geboren. Die Familie lebte in den ersten Jahren in Krems, dann in einem eigenen Zinshaus im 18. Wiener Gemeindebezirk Währing. Josef S. wurde u.a. als „Hofrat“ adressiert.

In Isabella Schlingers schriftlichem Nachlass sind 4 Poesiealben erhalten, die zum Teil ihren Vorfahr:innen gehört haben dürften. Die mitunter sehr aufwändig gestalteten Einträge darin wurden zwischen Juli 1830 bis April 1893 angefertigt. Zwei der Alben sind als Schatullen gestaltet, zwei sind gebundene Bücher.

Aus Josef Schlingers Jugendzeit ist 1 Reisetagebuch (58 Seiten) erhalten, das er im Juli und August 1887 während eines Aufenthalts in Schladming in der Steiermark geführt hat. Seine alpinistischen Unternehmungen sind weiters durch 2 Fotografien belegt, die eine Gruppe von Männern vor Alpenlandschaften im Mariazellerland zeigen, laut Beschriftung am 29. April 1900 „Auf der Bürgeralpe. 8 Uhr früh“ und „Am Erlafsee 10 Uhr vorm.“

Von den Korrespondenzen der Verlobten und dem späteren Ehepaar Isabella und Josef S. sind 161 Postkarten und Briefe erhalten, die sie zwischen April 1900 bis August 1930 an ihn geschrieben hat. Die meisten dieser Poststücke sind nach Krems, Küb bei Payerbach und später Wien adressiert, einige wurden von Urlaubsorten oder aus der Sommerfrische geschickt. Die in schöner Handschrift verfasste Schreiben dokumentieren die Beziehung von Anfang an: Zuerst sprach Isabella S. den Adressaten darin mit „Sehr geehrter Herr Doktor“ an, später dann als „Mein Süßes, liebstes Herz!“. Eines der Schreiben ist ein Telegramm (Februar 1913), von Josef S. sind 4 Antwortschreiben aus Juni bis Dezember 1901 vorhanden.

Von den Korrespondenzen mit ihren Familien ist u.a. 1 Brief von Isabella S. an ihre Mutter Maria S. aus April 1900 erhalten. Darin dankt sie für die Übersendung von Ostergeschenken und berichtet von Besuchen von gemeinsamen Bekannten. Von Josef S. liegt ebenfalls 1 Brief an seine Mutter Leopoldine S. (geb. Gschmeidler) aus August 1896 vor. Von ihr sind zudem 11 Schreiben (Juli 1904 bis Oktober 1905) an die Schwiegertochter und den Sohn erhalten, die sie meist mit „Meine lieben Kinder“ beginnt.

Eine Sammlung von weiteren 47 Schreiben aus dem langen Zeitraum von Dezember 1854 bis November 1950 sind von unterschiedlichen Schreiber:innen an verschiedene Mitglieder der Familie S. adressiert worden. Unter anderem hat eine Freundin von Josef S. im Winter 1899/1900 3 Postkarten von einer Reise an der Adria an ihn und seine Mutter gesendet.

97 (vermutlich) in den 1910er-Jahren ausgestellte Hotelrechnungen dokumentieren die Sommeraufenthalte der Familie S. am Semmering in dieser Zeit.

Aus der Schulzeit der Töchter Pia und Irmgard S. sind 6 Schreiben erhalten, in denen die Eltern ihr Fehlen im Unterricht entschuldigte.

Aus den 1940er-Jahren liegen 2 ärztliche Bestätigungen für Isabella S. vor (September 1940 und August 1946).

Teil des schriftlichen Nachlasses von Isabella und Josef S. ist schließlich 1 „Gehaltsschema für Beamte, Diener und Kindergärtnerinnen“ aus November 1918 (Matrize) sowie die Sammlung verschiedener undatierter Erinnerungsstücke: 16 literarischen Notizen und Gedichte sind teilweise in kleinen Heftchen zusammengebunden und u.a. als „Anekdoten witzige Ein- und Ausfälle Räthsel“ oder „Der Taucher“ betitelt. Auf 1 Blatt sind „Orpheum-Gstanzln“ abgedruckt, die „von Fräulein Anna Greissler“ gesungen worden sind, 1 Glückwunschkarte enthält getrocknete vierblättrige Kleeblätter. Zudem finden sich 12 lose Notizzettel, die Zusammenstellung von 51 Ausschnitten aus mehreren Zeitungen, 32 unbeschriebene (Kunst-)Postkarten und 1 handschriftlich verfasste Familienlinie.

Anmerkung:
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Sammlung Frauennachlässe
c/o Institut für Geschichte, Universität Wien

Universitätsring 1
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