Archivgut Nachlass

Ida H. NL 5

Oktober 1910 bis April 1919, Dezember 1967 bis Oktober 1985

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Einrichtung: Sammlung Frauennachlässe | Wien
Jahr: Oktober 1910 bis April 1919, Dezember 1967 bis Oktober 1985
Beschreibung:

Orte: Eggenberg in Graz, Groß Reifling und Öblarnin der Steiermark, St. Johann im Pongau in Salzburg u.a.


Quellentypen: Tagebuch (Jugendtagebücher, während dem 1. Weltkrieg geführtes Tagebuch): 5 Bände; Aufzeichnungen in Buchform: 1 Gedichtbuch; autobiografische Aufzeichnungen: 4 Bände (312 Seiten); ca. 50 Fotografien (alles in Kopie)


Zum Bestand: Schreiberin: Ida H. (geb. P., verwitwete S.); geb. 1895 in Strengen in Tirol, gest. 1987 (wahrscheinlich) in St. Johann im Pongau in Salzburg

Übergeberin: Elfriede K. (Tochter von Ida P.), 1996



Der von Ida H. (geb. P.) hinterlassene Tagebuchbestand setzt sich aus zwei Teilen zusammen: Einerseits ist das ein Konvolut von 5 Tagebüchern aus ihrer Jugendzeit, von denen sie 4 Bücher (Oktober 1910 bis Februar 1913) während ihrer Schulzeit in einer katholischen Lehrerinnenbildungsanstalt geführt hat. Der fünfte, zum Großteil in stenografischer Schrift verfasste Band, entstand im Zeitraum von September 1914 bis April 1919, als Ida H. in Groß Reifling und Öblarn in der Steiermark als Volksschullehrerin tätig war. Daneben ist ein undatiertes Heft mit Gedichten und Liedern (vermutlich aus dieser Zeit) vorhanden.

Andererseits sind das drei Familienchroniken in Form von retrospektiv geschriebenen Tagebüchern, die Ida H. zwischen Dezember 1967 und Oktober 1985 verfasst hat und in denen sie Ereignisse in der Familie wie Geburten, Geburtstage, Hochzeiten, Todesfälle, Reisen etc. beschreibt. Diese Aufzeichnungen sind mit zahlreichen Fotografien aus dem Zeitraum von 1910 bis in die 1980er-Jahre, Ansichtskarten, Einladungen, Zeitungsaus-schnitten u.ä. illustriert.

In einem 66-seitigen, kleinformatigen Buch mit dem Titel "Programm f. Biographie von Ida H." fasst sie ihren Lebenslauf zusammen und gibt zudem einen kurzen Überblick über die Biografie ihrer Mutter Barbara P. (geb. M.), die Ende des 19. Jahrhunderts für einige Jahre in der Emigration in den USA gelebt hat, dann aber wieder nach Österreich zurückgekehrt ist.

Ida H. war die zweitälteste von vier Schwestern. Wegen der häufigen Dienstortwechsel ihres Vaters, der bei der Eisenbahn angestellt war, verbrachte sie ihre Kindheit an verschiedenen Orten in Tirol, ehe die Familie 1912 in die Steiermark übersiedelte. Mit 13 Jahren erhielt sie einen Freiplatz bei den „Englischen Fräulein“ in Neuhaus am Inn. Ab 1910 besuchte sie die vierjährige, klösterliche Lehrerinnenbildungsanstalt Graz Eggenberg, aufgrund ihrer guten schulischen Leistungen war sie Stipendiatin.

Während der fünf Jahre des Ersten Weltkriegs arbeitete Ida P. als Volksschullehrerin, nach der Heirat mit einem aus der Schweiz gebürtigen Verwalter trat sie 1919 aus dem Schuldienst aus. Das Ehepaar S. hatte 5 Kinder, zog mehrmals um, betrieb an verschiedenen Orten in der Steiermark, in Salzburg und in der Schweiz Viehhandel, eine Gast- und Landwirtschaft und lebte auch mehrere Jahre getrennt. 1950 verunglückte Otto S. tödlich; 1963 heiratete Ida S. den Strickwarenfabrikanten Josef H., einen inzwischen ebenfalls verwitweten Jugendbekannten aus St. Johann im Pongau. Ihren Aufzeichnungen zufolge wechselte Ida H. ihren Wohnsitz im Laufe ihres Lebens insgesamt 26-mal.

Autobiografische Texte von Ida H. sind Teil der Bestände der Dokumentation lebensgeschichtlicher Aufzeichnungen.



2014 wurde ein Nachtrag im Umfang von 1 Karton übergeben. Dieser befindet sich in Bearbeitung.

Anmerkung:
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