Archivgut Nachlass

Maria Magdalena H. NL 103 I

September 1896 bis November 1968

Weitere Informationen

Einrichtung: Sammlung Frauennachlässe | Wien
Jahr: September 1896 bis November 1968
Sprache: Deutsch
Beschreibung:

Orte: Opponitz an der Ybbs in Niederösterreich, Saalfelden und Zell am See in Salzburg, Graz in der Steiermark, Waidring in Tirol, Wien u.a.

Quellentypen: Aufzeichnungen in Buchform: 1 Einnahmenbuch/Ausgabenbuch, 1 Poesiealbum; Korrespondenz (Familienkorrespondenz, Freundschaftskorrespondenz): 6 Schreiben; 7 amtliche Dokumente; 3 Fotografien (1 in Kopie); Weiteres: Strickmuster, Gebetsbuch, Rechnungen, "Notgeld", Broschüren, Bücher

Zum Bestand: Schreiberin/Adressatin: Maria Magdalena H.; geb. 1887 in Opponitz an der Ybbs in Niederösterreich, gest. 1968 in Saalfelden in Salzburg

Übergeberin: Helene M. (Großnichte von Maria Magdalena H.), 2008-2011



Maria Magdalena H. ist in Opponitz an der Ybbs in Niederösterreich aufgewachsen. Ihre Mutter war die Tochter von "Häusler:innen", der Vater war Schweitzer. Von ihm ist eine (nicht datierte) Fotografie erhalten, auf der er mit einem Esel Milch transportiert, von beiden eine Portraitaufnahme auf einer Alm (als Kopie).

Aus Maria Magdalena H.s Kindheit liegt ein Poesiealbum mit goldgeprägtem Einband vor. Das "Stammbuch für Leni H. Wien" enthält 8 Einträge, die zwischen September und Dezember 1896 u.a. in Graz und Wien geschrieben wurden.

Als junge Frau arbeitete Maria Magdalena H. in der Landwirtschaft und wurde Mutter von zwei Kindern, bevor sie sich in Saalfelden im Salzburger Pinzgau als Strickerin selbstständig machte. Diese Tätigkeit ist durch mehrere Rechnungen von Woll- und Garnfabriken sowie ein Einschreibbuch mit 13 beschriebene Seiten aus 1934 dokumentiert, in dem sie Ein- und Ausgaben, "Tägliche Arbeitsleistung", "unbezahlte Sachen" und Einkäufe von Wolle etc. verzeichnet hat. Ihr kunsthandwerkliches Können ist anhand von zwei gestrickten Musterspitzen dokumentiert.

Die vier erhaltenen amtlichen Dokumente von Maria Magdalena H. sind ein Heimatschein aus Waidring in Tirol (1906), ein Geburts- und Taufschein (in Neuausstellung), ein viersprachiger Identitätsausweis aus 1946 und ihre Sterbeurkunde (1968).

Zwei weitere Dokumente (1920 und 1940) betreffen die Bestätigung der Vaterschaft von ihrem 1909 geborenen Sohn Josef Heribert durch einen Gutsverwalter. Eine gerahmte Atelieraufnahme zeigt Josef Heribert H. als Kleinkind gemeinsam mit der Mutter, eine 1950 in Zell am See auf ihn ausgestellte Genehmigung für "Ernährungshilfe" für sie weist ihn als „Elektro Ing.“ aus.

Aus den Korrespondenzen von Maria Magdalena H. sind ein einzelner Brief einer Freundin vom März 1959 sowie 5 gedruckte Bildpostkarten von verschiedenen Absender:innen mit Weihnachts- und Ostermotiven sowie dem verzierten Bild einer Kuh von ihrer Mutter aufbewahrt worden.

Des Weiteren befindet sich ein Gebetbuch mit aufwändig metallverziertem Einband in dem Nachlass. An losen Erinnerungsstücken sind 4 Scheine „Notgeld“ (20 H. bis 20 Kronen der Österreichisch-Ungarischen Bank, der Gemeinde Badgastein und verschiedener österreichischer Länder) von 1914 bis 1920 und 4 Kronen-Banknoten von 1913 bis 1922 erhalten, dazu 2 Bücher aus der "Bibliothek der Unterhaltung und des Wissens" (1900) sowie die drei Broschüren "Kriegskalender 1914 (Nr. 5739)" (56 Seiten), "Der Weltkrieg 1914/15 (Nr. 5737)" (86 Seiten) und "Dokumente zur Geschichte des Krieges 1914 Band II (Nr. 5722)" (94 Seiten), eine "Veröffentlichungen zur Verbreitung der Wahrheit und zur Entlarvung des Gegners".

Der schriftliche Nachlass von Maria Magdalena H. wurde von ihrer Großnichte Helene M. (geb. Z.) zusammengestellt und mit Kontextinformationen versehen.

Anmerkung:
Aus Datenschutzgründen werden in diesem Online-Verzeichnis alle Nachnamen abgekürzt angegeben. Die mit den Übergeber/innen der Bestände jeweils vertraglich vereinbarte Verwendung der Namen ist bei der Recherche vor Ort abzuklären.
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Standort

Sammlung Frauennachlässe
c/o Institut für Geschichte, Universität Wien

Universitätsring 1
1010 Wien
Telefon: +43 (0)1 4277 408 12
Öffnungszeiten
Die Bestände können nach Vorlage des Forschungsvorhabens an vereinbarten Terminen eingesehen werden. Ausführliche Informationen dazu finden Sie auf der Website https://sfn.univie.ac.at unter Benutzung + Recherche.
Benutzungszeiten, für die ein Termin vereinbart werden kann, sind Mi & Do 11.00 - 17.00 Uhr bzw. auf Anfrage (per Mail oder telefonisch).
Die erste Sichtung der Quellen erfolgt in den Räumlichkeiten der Sammlung Frauennachlässe. Für die spätere Bearbeitung ist eine Aufstellung der Materialien in der Fachbibliothek für Geschichte möglich.

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