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Hierarchien der Unzucht : Regime männlicher und weiblicher Prostitution in Kaiserreich und Weimarer Republik
Verfasst von:
Lücke, Martin
49-64 S.
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Weitere Informationen
| Einrichtung: | FrauenGenderBibliothek Saar | Saarbrücken |
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| Verfasst von: | Lücke, Martin |
| Sprache: | Nicht einzuordnen |
| Beschreibung: | |
| Der Autor geht davon aus, dass die gängige Prostitutionsauffassung im Alltagswissen und in der Wissenschaft geschlechtlich kodiert ist und Prostitution als eine heterosexuell ungleiche Mann-Frau-Beziehung definiert wird. Anhand von Rechtstexten und Rechtsdebatten aus dem gewählten Zeitraum lassen sich zwei unterschiedliche Prostitutionsregime beobachten, eines für die weiblich-heterosexuelle und eines für die männlich-homosexuelle Prostitution. Lückes These ist, dass dies eine Grenze zwischen "natürlicher" und "unnatürlicher" Unzucht legitimierte, die zur offenen Stigmatisierung von Homosexualität durch staatliche Institutionen in Deutschland führte. Sein Vergleich mit der rechtlichen Regelung der weiblich-heterosexuellen Prostitution ergibt, dass die "Kasernierung der Prostitutierten in Bordellen" zwar eine Zuweisung "ihres Platzes außerhalb der Gesellschaft" bedeutete, aber zugleich auch eine Platzzuweisung im buchstäblichen Sinne war, die die männlich-homosexuelle Prostitution nie erlangen konnte, weil sie als "unnatürliche Unzucht" an sich strafbar war. Diese rechtliche Entwicklung war eine brauchbare Basis für die Verschärfungen gegen die männlich-homosexuelle Prostitution im Nationalsozialismus. | |
| Anmerkung: | |
| Lit.angaben in Anm. | |
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