Artikel
Südafrikanische Anti-Apartheid-Kämpfer*innen : Erinnerungspolitische Proteste und künstlerische Ausdrucksformen
Verfasst von:
Schäfer, Rita
49-67 S.
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| Geografika: | |
Weitere Informationen
| Einrichtung: | FrauenGenderBibliothek Saar | Saarbrücken |
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| Verfasst von: | Schäfer, Rita |
| Sprache: | Nicht einzuordnen |
| Beschreibung: | |
| Die Autorin analysiert das Erinnern im Kontext der südafrikanischen Post-Apartheid Versöhnungspolitik, wie sie vor allem durch die Truth and Reconciliation Commission (TRC) vertreten wurde und skizziert feministische Perspektiven auf die Formen und Inhalte der Erinnerung an politisch motivierte Gewalt in Südafrika. Deutlich wird, dass in der Arbeit der Kommission weder strukturell misogyne Gewalt des Apartheidregimes noch die Folgen der systematischen Vergewaltigungen von Regimegegnerinnen eine Rolle spielten, diese sogar tendenziell heruntergespielt und systematisch verschwiegen wurden. Dagegen opponierten Schwarze, marginalisierte Frauen* und intervenieren bis heute mit vielfältigen künstlerischen Mitteln in die gesellschaftlich dominante und staatlich gestützte Erinnerungspolitik, die die männliche Erfahrung privilegiert und sowohl den Kampf als auch das Leid von Frauen* marginalisiert. Schäfer kann zeigen, wie die Aktivist*innen die individuell erfahrene und erlittene Gewalt sowie deren Folgen als mit strukturellen Gewaltmustern verwoben darstellen und nicht auf den vom TRC-Mandat gegebenen Zeitraum (1960-1994) beschränkt sind. Vielmehr stellten die Frauen Rückbezüge zu der über Jahrhunderte etablierten und institutionalisierten rassistischen Ausbeutung, Entrechtung und Erniedrigung her, die Geschlechterverhältnisse zum Nachteil Schwarzer Frauen verändert und nicht zuletzt ihre wirtschaftlichen Existenzgrundlagen zerstört hatten. So gelingt es ihnen, sowohl Themen wie Krankheit und Gesundheit in die erinnerungspolitischen Narrative und Praktiken einzuschreiben als auch ihre eigene Geschichte als Kämpfer*innen gegen das rassistische Unrechtsregime sichtbar zu machen. In individuell gestalteten Erinnerungslandschaften, in denen ihre Körper, ihr Lebensumfeld und ihre familiär-sozialen Beziehungen im Mittelpunkt stehen, beanspruchen sie die Deutungsmacht über ihre Geschichte, die sie als exemplarisch für die Apartheidverbrechen an der Schwarzen Bevölkerungsmehrheit bewerten, und entziehen sich nationalistischer Vereinnahmung. | |
| Anmerkung: | |
| 2 S. Lit.verz. | |
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