Buch Monografie

Das Eheproblem

Verfasst von: Schöfer, Sophie
Stuttgart [u.a.]: Dietz [u.a.] , 1922 , 115 S. S.

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Einrichtung: FrauenMediaTurm | Köln
Signatur: LE.13.015
Verfasst von: Schöfer, Sophie
Jahr: 1922
Sprache: Nicht einzuordnen
Beschreibung:
Die Autorin kritisiert die Verhältnisse in Ehe und Kleinfamilie. Sie setzt sich mit dem Problem unter wirtschaftlichen, ethischen und rechtlichen Aspekten auseinander. Sie vertritt die These, daß nur die wirtschaftliche Unabhängigkeit Frauen die "persönliche Freiheit" gibt und definiert die vorherrschende materielle Abhängigkeit von (Ehe)Frauen als von Männern gewollt und herbeigeführt, um Macht über Frauen zu erlangen. Im Kapitel über Liebe und Sexualität als "ethische Aspekte" der Ehe setzt sich die Autorin mit der Versorgungsehe auseinander, in die Frauen ihre "geschlechtliche Hingabe" als Preis und Opfer einbringen. In ihrer Einschätzung der weiblichen Erotik greift Sophie Schöfer auf tradierte Vorstellungen zurück: weiblicher Erotik wohne die Tendenz nach Unterwerfung inne und strebe nach Einheit (gemeint ist das Zusammengehören von Liebe und Sexualität) und Ausschließlichkeit (gemeint ist die Monogamie). Dem Entwurf eines idealistischen Konzeptes einer auf Liebe beruhenden trennbaren monogamen Ehe folgen konkrete Verbesserungsvorschläge. Die ökonomische Unabhängigkeit der Frau als unabdingbare Voraussetzung für eine eheliche Lebensgemeinschaft steht im Zentrum der Argumentation. Nicht eine Entlohnung der Hausarbeit sei als Mittel dazu geeignet, sondern die Berufsarbeit der Frau. Die Freistellung von der Hausarbeit durch sogenannte Zentralhaushalte soll die Voraussetzungen dafür schaffen. Ein Kapitel über die Stellung der Frau im Eherecht schließt sich an: die Geschlechtsvormundschaft des Mannes, einzelne Paragraphen des BGB, das eheliche Güterrecht und die Frage der elterlichen Gewalt (heute: elterliche Sorge) werden geschildert, kritisiert und mit Verbesserungsvorschlägen versehen. Im "Ausblick" hält die Autorin die Erreichung der Freiheit der Frau erst auf der Basis einer sozialistischen Gesellschaftsordnung für möglich.
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