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Einrichtung: FrauenMediaTurm | Köln
Signatur: LE.05.001
Orginaltitel: L'_amour en plus
Verfasst von: Badinter, Elisabeth info
Mitwirkende: Griese, Friedrich [ÜbersetzerIn]
Ausgabe: 2. Aufl.
Jahr: 1985
ISBN: 3492026494
Sprache: Nicht einzuordnen
Beschreibung:
Badinter entlarvt den "Mutterinstinkt", die Überzeugung, daß "Mutterliebe" etwas instinkthaftes sei, das in der Natur der Frau verankert ist, als Mythos. "Mutterliebe" bezeichnet sie als ein Gefühl, und ist als solches beeinflußt von der persönlichen Geschichte der Frau und von der allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklung mit ihren sozioökonomischen Schwankungen. Die physiologische Möglichkeit bedingt somit nicht automatisch eine bestimmte mütterliche Haltung, und vor allen Dingen: Mutter-Sein und Frau-Sein sind nicht identisch. Die Untersuchung der Geschichte der "Mutterliebe" in den letzten 400 Jahren (verbunden mit einer ideologiekritischen Darstellung des Modells der idealen Frau und Mutter von Rousseau und Freud) bildet das Fundament dieses Buches: Badinter zeichnet eine gleichmäßige Kurve der "Mutterliebe" mit Spitzen vor dem 17., einem folgenden steilen Abfall mit Tiefstwerten im 17. und 18. Jahrhundert und einem Anstieg mit Spitzen im 19. und 20. Jahrhundert. Seit dem Beginn der 60er Jahre neigt sich die Kurve wieder leicht nach unten, was sie als Zeichen eines gewissen Abebbens des "klassischen mütterlichen Gefühls" und des Auftauchens einer "neuen Liebeslinie", der väterlichen Liebe, erklärt. Die zuerst von Feministinnen aufgestellte und dann von vielen Frauen aufgegriffene Forderung nach Teilung aller Aufgaben zwischen den Geschlechtern - auch die, dem Kind Liebe zu geben - bewirkte diese Veränderung. Parallel dazu konstatiert Badinter inzwischen auch den Wunsch nach "aktiver Bemutterung, wenn nicht sogar Mütterlichkeit" bei immer mehr Männern. Sie sieht hier die Möglichkeit einer grundlegenden Veränderung der geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung, eine beginnende "Revolutionierung der Familie". Dieses Buch ist auf breites öffentliches Interesse gestoßen. In Frankreich war es ein Bestseller und wurde intensiv diskutiert. In der BRD erreichte es ebenfalls hohe Auflagenzahlen und wurde in der Presse ausführlich rezensiert. Mit handschriftlicher Widmung der Verfasserin.
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