Archivgut Nachlass

Renate S. NL 302 III

1752 bis März 2008

Weitere Informationen

Einrichtung: Sammlung Frauennachlässe | Wien
Jahr: 1752 bis März 2008
Sprache: Deutsch
Beschreibung:

Orte: Graz und Knittelfeld in der Steiermark; Wien u.a.

Quellentypen: 7 amtliche Dokumente; 14 Dokumente zu Schul- und Universitätslaufbahn; 27 Fotografien; 1 Dokument zur Ahnenforschung; Weiteres: Druck einer „Instruction“ von Maria Theresia aus 1832, 1 Buch mit „Stammbuchversen“, 1 Mappe

Zum Bestand: Besitzerin: Renate S. (geb. S.), 1941-2022, geb. und gest. in Wien

Besitzer: Gerhard S., geb. 1936 in Knittelfeld in der Steiermark, gest. 1996 in Wien

Übergeber: Thomas S. (Sohn von Renate S.), 2023



Renate S. (geb. S.) ist in Wien aufgewachsen. Ihre Eltern waren Maria S. (geb. Bäcker) und Anton S. (1908-1988). Der Vater arbeitete als Gebäudeverwalter der Technischen Universität Wien und war nach dem Zweiten Weltkrieg maßgeblich am Wiederaufbau des Universitätsgebäudes beteiligt. Die Familie lebte auch dort in einer Dienstwohnung. Von Anton S. ist 1 Ehrenurkunde des Turnvereins P.-Hietzing aus Dezember 1927 sowie 1 Schreiben (in Kopie) aus 1988 zu seiner Verlassenschaft im Nachlass von Renate S. erhalten.

Von Anton S.s Eltern liegen ebenfalls zwei Urkunden vor: Von seiner Mutter Rosa S. (geb. S.) ist das 1 großformatige, aufwändig gestaltete „Ehrenurkunde“ der „Vereinigung der Wiener Gastwirtstöchter“, die aus Anlass ihrer Heirat im April 1904 von allen Mitgliedern unterschrieben worden ist. Von seinem Vater Karl S. ist das 1 Urkunde zur Verleihung der „silbernen Ehrenmedaille“ des Roten Kreuzes durch Erzherzog Franz Salvator aus April 1917.

Renate S. selbst lernte den Beruf der Büroangestellten bei der Firma Semperit. 1964 heiratete sie den Elektrotechniker Gerhard S. (1936-2004), den sie hier kennengelernt hatte. Er kam aus Knittelfeld im Steirischen Murtal. Seine Mutter Emilie S. (geb. T., 1909-2004) war als Mädchen mit ihrer Familie nach dem Ersten Weltkrieg von Udine in die Steiermark migriert, sein Vater Hans S. (1910-1943) kam aus Graz und arbeitete als Büroangestellter in steirischen Krankenhäusern. Seine beiden jüngeren Brüder Günter und Dipl.-Ing. Gustav (Gucki) S. waren 1939 und 1940 zur Welt gekommen. Ihr Vater Hans S. war im Zweiten Weltkrieg als Feldwebel eingezogen, im September 1943 wurde er südlich von Leningrad (Sankt Petersburg) getötet.

Gerhard S. und zwei Brüder haben ihre Kindheit und Schulzeit zum Teil bei ihrer Tante Berta K. (geb. S., 1901-1988) in Graz verbracht, wo auch die 4 Gymnasialzeugnisse (1951 bis 1954) von Gerhard S. ausgestellt wurden. Ab November 1954 studierte er Elektrotechnik an der Technischen Hochschule in Graz und ab November 1959 in Wien, was durch die 2 Meldungsbücher sowie 8 Zeugnisse (1959 bis 1965) belegt ist. Der späteste Eintrag im Meldebuch ist mit April 1967 datiert. Bedingt durch Gerhard S.s Anstellungen bei den Konzernen Semparit und IBM u.a. in Irland und Großbritannien haben auch Renate S. und ihre Kinder jeweils einige Jahre dort gelebt.

Von IBM ist eine Mappe mit Kunstlederüberzug erhalten, in der Renate und Gerhard S. vermutlich amtliche Dokumente aufbewahrt haben. Davon vorliegend sind ihre beiden Geburtsscheine sowie 1 Haushaltsversicherungsschein aus September 1968 (als Kopie).

Die insgesamt 27 Fotografien aus dem Zeitraum von September 1989 bis November 1990 wurden hauptsächlich während verschiedene Familienfeiern aufgenommen.

Renate S.s Interesse an der Ahn:innenforschung dokumentieren 1 „Ahnentafel“ der Familie S. (bestehend aus den Ausdrucken von 1 Tabelle und einer 6-seitigen Aufstellung). Diese hat der Ehemann von Gerhard S.s Großcousine aus Wiesbaden zusammengestellt, die sie dann zusammen mit einem Brief im März 2008 an ihre Verwandte in Wien gesendet hat.

An Losem enthält Renate S.s schriftlicher Nachlass schließlich das kleinformatige Büchlein „Stammbuchverse“ von Otto Cato (1914, 80 Seiten) sowie den Druck einer „Instruction“ der Regentin Maria Theresia über militärische Ausgaben aus 1752 (36 Seiten). Diese ist rückseitig handschriftlich datiert mit 1832 und eingelegt in der Hülle von einem (undatierten) Telegramm an Engelbert T..



Unterlagen zur Arbeit von Renate S.s Vater wurden an das Archiv der Technischen Universität Wien übergeben. Dort liegt auch ein umfangreicher Personalakt von ihm vor, inklusive seines Entnazifizierungsprozesses und Unterlagen zu seiner vorübergehenden Verhaftung auf dem Gelände der TU durch die französische Militärpolizei und den Bemühungen der Rektoren der TU zu seiner Freilassung.

Anmerkung:
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Sammlung Frauennachlässe
c/o Institut für Geschichte, Universität Wien

Universitätsring 1
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Die erste Sichtung der Quellen erfolgt in den Räumlichkeiten der Sammlung Frauennachlässe. Für die spätere Bearbeitung ist eine Aufstellung der Materialien in der Fachbibliothek für Geschichte möglich.

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