Archivgut Nachlass

Barbara G. NL 13

1818 bis 1936

Weitere Informationen

Einrichtung: Sammlung Frauennachlässe | Wien
Jahr: 1818 bis 1936
Beschreibung:

Orte: Krems in Niederösterreich, Wien


Quellentypen: Tagebuch (Jugendtagebuch, Frauentagebuch): 1 Band; autobiografische Aufzeichnungen: Text (8 Seiten); 8 Fotografien (alles in Kopie)


Zum Bestand: Schreiberin: Barbara G. (geb. T., verwitwete B.); geb. 1851 in Krems in Niederösterreich, gest. 1944 in Wien

Übergeber: Dipl. Ing. Helmut H. (Urenkel von Barbara G.), 1998



Barbara (genannt Wetti oder Betti) G. (geb. T., verwitwete B.) begann mit 19 Jahren damit, ein Tagebuch zu führen. Sie war die Tochter eines angesehenen Fuhrwerksunternehmers in Krems und hatte sich in den Commis Johann B. verliebt. Nachdem die Eltern ihre Vorbehalte gegen diese Verbindung aufgegeben hatten, heiratete das Paar und übernahm eine Farbenhandlung in der Wiener Josefstadt. Barbara B. wurde Mutter eines Sohnes. Nach dem Konkurs des Geschäfts kehrte sie mit ihrem Kind zu den Eltern zurück. In den folgenden Jahren wohnte die Familie abwechselnd in Wien und Krems, Johann B. eröffnete mehrere Geschäfte in unterschiedlichen Branchen, die er jedoch jeweils bald wieder schließen musste. Mehrfach war finanzielle Unterstützung von Barbara Baumgartners Eltern notwendig. 1876 wurde Johann B. wegen fahrlässiger Krida für mehrere Monate inhaftiert. Barbara G. führte für einige Zeit ein Zwirn- und Wollgeschäft, vermietete einen Teil der ohnedies engen Wohnung und machte die Aufnahmeprüfung zur Hebammen-Ausbildung. Sie arbeitete als Näherin, später auch als freie Mitarbeiterin einer Zeitungsredaktion. 1878 kehrte sie mit ihrer Familie schließlich nach Krems zurück, wo sie gemeinsam mit ihrem Ehemann ein Feinkostgeschäft sowie auch die Vormundschaft für einen Ziehsohn übernahm.

Barbara Baumgartners Schreibverhalten hat sich im Laufe der 15 Jahre, in denen sie ihr Tagebuch führte, stark verändert: Als Verlobte trug sie oft täglich und sehr detailliert in das Buch ein. Nach ihrer Heirat finden die Einträge nur noch sporadisch statt und sind meistens als zusammenfassende Rückblicke gestaltet. Häufig wird dazu der Beginn eines neuen Jahres als Anlass genutzt. Die Ehe mit Johann B. wird als zunehmend problematisch beschrieben, in den 1880er-Jahren bestimmen zudem v.a. die Krankheit der Mutter und auch eigene gesundheitliche Probleme das Leben von Barbara B.. Einzig die Beziehung zu ihrem Sohn stellt sie als erfreulich dar. Einige Seiten des Buches sind herausgerissen oder zerschnitten, an einer Stelle ist der Eintrag chiffriert, insgesamt sind 152 Seiten beschrieben. Nach dem Tod der Mutter im Mai 1885 brechen die Tagebucheinträge ab.

Im Anhang ist eine Widmung für den Sohn anlässlich des zehnten Jahrestages seiner Wiederkehr aus der Kriegsgefangenschaft (1921) eingeklebt, auch finden sich verschiedene undatierte Einlagen, wie zwei von ihr verfasste Zeitungsartikel und verschiedene Zeitungsannoncen im Tagebuch. Eines der zwei von Barbara B. verfassten Gedichte wurde auf der Rückseite eines Brieffragments (Einladung) des Bund Österreichischer Frauenvereine (BÖFV) geschrieben.

In einem losen Heft (8 Seiten) mit dem Titel „Gedenkblatt“ hat Barbara B. Erinnerungen an ihre Eltern zusammengefasst. Die 1936 verfassten Erzählungen decken den Zeitraum von 1818 bis 1936 ab. Übergeben wurden auch die Kopien von 8 Fotografien, zumeist Porträtaufnahmen der Familien T. und B..



Autobiografische Aufzeichnungen von Dipl. Ing. Helmut H. sind Teil der Bestände der Dokumentation lebensgeschichtlicher Aufzeichnungen.

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