Archivgut Nachlass

Traute K.-O. NL 235 II

Jänner 1945 bis Anfang 1946

Weitere Informationen

Einrichtung: Sammlung Frauennachlässe | Wien
Jahr: Jänner 1945 bis Anfang 1946
Sprache: Deutsch
Beschreibung:

Orte: Schlaining im Burgenland, Hadersfeld bei St. Andrä Wördern im Wienerwald und Klosterneuburg in Niederösterreich, Wien; Bruntál (Freudenthal/ Bruntal) und Krnov (Jägerndorf/Krnów/Karniów) in Tschechien (Schlesien)

Quellentypen: autobiografische Aufzeichnungen: 1 Band (Abschrift, 8 Seiten); 1 Fotografie (alles als Kopie)

Zum Bestand: Schreiberin: Traute K.-O. (geb. O.); geb. 1914 in Bruntál (Freudenthal, Bruntal) in Tschechien, gest. 1994 in Melk in Niederösterreich

Übergeberin: Dipl.-Dolm.in Susanne K.-H. (Schwiegertochter von Traute K.-O.), 2014



Die autobiografischen Aufzeichnungen von Traute K.-O. (geb. O.) über ihre Flucht aus Schlesien im Zeitraum Jänner 1945 bis Anfang 1946 wurden 1965 verfasst. Sie liegen im Umfang von 8 A5-Seiten in der Abschrift ihrer Schwiegertochter Dipl.-Dolm. Susanne K.-H. (geb. 1941) vor.

Traute K.-O. war in einer wohlhabenden Industriellen-Familie in der Stadt Krnov (Jägerndorf, Krnów, Karniów) in Schlesien aufgewachsen. Als junge Frau hatte sie einige Zeit in England verbracht und auch die Modeakademie in Wien besucht. Mit der Eheschließung mit dem Unternehmer Ernst K. (1906–1998) wurden 1938 eine Großweberei und ein Sägewerk fusioniert. Wolfram und Adelheid, die zwei älteren Kinder des Paares, wurden in Krnov geboren. Ehemann Ernst K. war Ende des Zweiten Weltkrieges als Soldat an der Ostfront stationiert.

Im Jänner 1945 flüchtete Traute K.-O. mit den Kindern von Bruntál (Freudenthal, Bruntal) aus über Wien nach Hadersfeld/Greifestein im Wienerwald, wo sie ein Bekannter aufnehmen würde. In ihrem kurzen retrospektiven Bericht über die Stationen der Flucht sind die Schilderungen der Ereignisse bis Mai 1945 detailliert geschrieben. Spätere Ereignisse sind knapp skizziert, wobei etwa die Umstände, wie sie im Herbst 1945 als Englischlehrerin nach Schlaining im südlichen Burgenland übersiedelte, wo sie bis 1948 blieb, nicht genannt sind. Die Aufzeichnungen enden mit der Anfang 1946 ersten vom Ehemann erhaltenen Nachricht.

Informationen über seine Rückkehr 1948 aus der Kriegsgefangenschaft hat Susanne K.-H. in einer Fußnote vermerkt. In einem 2002 verfassten kurzen Kommentar beschrieb sie des Weiteren, dass Traute K.-O. auch auf Nachfragen nicht mündlich über diese Ereignisse hatte berichten wollen. Zudem sind hier noch kurze Angaben über die Flucht der weiteren Familienangehörigen und die Enteignung der Fabrik ergänzt. Insgesamt ist der Text von Traute K.-O. erweitert um detaillierte Angaben zu genannten Personen und deren biografischer Daten.

In der Broschüre befindet sich zudem die Abschrift das zwischen April und Juni 1945 verfassten Brieftagesbuchs von Melanie R.-S. (von) R. (1886–1978), der Großmutter von Susanne K.-H., die in Hadersfeld lebte, wo sie mit Familie K.-O. bekannt wurde.

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