Archivgut Nachlass

Ing. Kurt K. NL 246 II

Jänner 1925 bis März 1983

Weitere Informationen

Einrichtung: Sammlung Frauennachlässe | Wien
Jahr: Jänner 1925 bis März 1983
Sprache: Deutsch
Beschreibung:

Orte: Höflein in Niederösterreich, Wien; Ulm in Deutschland; Bolbec in Frankreich; unbestimmbare Orte an der Front/Kriegsschauplätze im 2.Weltkrieg in Frankreich und in der Sowjetunion u.a.

Quellentypen: Tagebuch (Männertagebuch/Soldatentagebuch aus dem 2. Weltkrieg): 1 Band (Abschrift, 25 Seiten); 6 amtliche Dokumente (als Scans); 1 Dokument zur Schullaufbahn (als Scan); 1 Fotografie (Digitalisat); Weiteres: 1 Maturazeitung

Zum Bestand: Schreiber: Ing. Kurt K.; 1924-2016, Orte und weitere persönliche Daten unbekannt

Übergeberin: Rita G. (Cousine der Ehefrau von Kurt K.), 2017



Ing. Kurt K. ist in Wien aufgewachsen. Seine Eltern waren Maria König (geb. E., 1896-1970) und der „Geschäftsdiener“ Karl K. (1897-1951, SFN NL 246 I). Neben einem Taufschein aus 1925 sind an amtlichen Dokumenten von Kurt K. u.a. ein Heimatscheint aus 1938 als Scans vorhanden.

Die vorliegende Maturazeitung (42 Seiten) aus 1943 wurde von einer Abschlussklasse der Höheren Technischen Lehranstalt für Starkstromtechnik in der Währingerstraße in Wien herausgegeben. Neben verschiedenen Anekdoten enthält sie auch eine Fotografie des Schulgebäudes. Die Verbindung zwischen Kurt K. und dieser Klasse ist offen, womöglich hat er dieselbe Schule absolviert.

Belegt ist jedenfalls sein Besuch der staatlichen Ingenieursschule in Wien Alsergrund. 1 Zeugnis aus Februar 1943 bestätigt seinen erfolgreichen Abschluss und die erlangte Berufsbezeichnung „Ingenieur für Elektrotechnik“.

Noch im selben Monat wurde Kurt K. zur „Nachrichten-Ersatz-Abteilung 17“ in Wien Meidling eingezogen. Als Angehöriger der Nachrichten-Abteilung 113 hielt er sich kurz in Frankreich auf und nahm an Kampfhandlungen in der Sowjetunion teil. Seine mit „Mein Kriegstagebuch“ betitelten Aufzeichnungen im Umfang von 25 Seiten sind mit Schreibmaschine auf 14 losen Blättern verfasst. Die Schilderungen der Abschrift beginnen mit der Einberufung des 19-Jährigen zum Kriegsdienst und enden mit seiner „Entlassung“ aus der Kriegsgefangenschaft durch die britische Militärbehörde im Februar 1946.

Er hatte die amerikanische Kriegsgefangenschaft in verschiedenen Lagern in Deutschland und Frankreich verbracht, u.a. in einem sogenannten „Rheinwiesenlager“. Im September 1945 kommentierte der jetzt 21-Jährige seine Situation folgendermaßen: „Es ist furchtbar, schlimmer wie im KZ!!! Die Verpflegung ist noch schlechter wie in Bolbec, ebenso die Unterbringung. […] Es müßte Schnaps geben!“ Laut seinem abschließenden Kommentar sollte die Abschrift „immer an viele schöne Stunden aber auch an die schwärzesten [seines] Lebens erinnern. […] Jeden Anderen aber mögen sie eine Warnung sein, und sagen was der Krieg ohne Maske gesehen bedeutet.“

1953 heiratete Kurt K. die Fabrikshilfsarbeiterin Elfriede U. (1925-1983). Von ihnen sind die Heiratsurkunde und ihre Sterbeurkunde (als Scans) erhalten. Zudem liegt in der Sammlung Frauennachlässe die digitale Fotografie des Grabsteins der Familie am Friedhof von Höflein an der Donau in Niederösterreich vor.

Kurt K. lebte in Wien Hernals und arbeitete in einem Betrieb in der Wiener Innenstadt. Seine zweite Ehefrau Karin König (geb. W., 1944-2016) lebte in Höflein und war eine Arbeitskollegin.

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